GewinneDeineZeit

Wahr­neh­mung und Projektionen

Nichts ist im Ver­stand, was nicht zuvor in der Wahr­neh­mung wäre.

Das, was wir sehen oder hören, ist das, was wir in das Gese­he­ne oder Gehör­te hin­ein­in­ter­pre­tiert haben. Wenn ich Wor­te arti­ku­lie­re, kann ich nie sicher sein, dass die Per­son, die sie hört, tat­säch­lich das ver­steht, was ich ihr mit­tei­len woll­te. Wir inter­pre­tie­ren immer und alles und die Inter­pre­ta­tio­nen hän­gen mit unse­ren Über­zeu­gun­gen, dem, was wir bis dahin erlebt oder erfah­ren haben und was wir selbst für Pro­ble­me haben, zusammen.

Wir pro­ji­zie­ren.

Ja, du hast rich­tig ver­stan­den, wir pro­ji­zie­ren also, über­tra­gen auf ande­re unse­re eige­nen The­men, Äng­ste oder Sor­gen. Was aber gemein dar­an ist, das erken­nen wir im Nor­mal­fall nicht.

Es klingt viel­leicht bizarr, aber oft, wenn wir nicht wirk­lich dar­über reflek­tie­ren kön­nen, regen wir uns über ande­re auf und wir sehen nicht, dass wir uns, in erster Linie, über uns selbst, unse­re Eigen­schaf­ten, unse­re Zie­le und vor allem unse­re Wer­te auf­re­gen, die von den ande­ren nur gespie­gelt wurden.

Wahr­neh­mung

Was wir in der Welt wahr­neh­men, sagt viel mehr über uns aus als über die Welt selbst.

Also, wenn ihr euch wie­der über etwas, aber vor allem über eure Kin­der auf­regt, denkt daran.

Das Leben wird dadurch wahr­schein­lich nicht ein­fa­cher, wann man, bevor man lästert, sich selbst immer erst fragt: “Ist das jetzt gera­de mei­ne Projektion?“

Die viel­leicht vor­her schwarz-wei­ße Welt bekommt dann ein paar Grau­stu­fen mehr, aber wir ler­nen uns bes­ser ken­nen und spa­ren allen Betei­lig­ten jede Men­ge Stress.

Dazu gehö­ren nicht immer nur unse­re Eigen­schaf­ten, die uns an uns selbst stö­ren. Es kön­nen auch Sachen sein, die wir uns ein­fach ab und an auch unter­be­wusst nicht erlauben.

Ein Bei­spiel aus der Partnerschaft:

Wir erlau­ben uns nicht glück­lich zu sein und ver­su­chen dem Part­ner die Pro­ble­me für die Bezie­hung unterzujubeln.

Arche­ty­pen

Nach C. G. Jung kön­nen Men­schen ihnen bekann­te Arche­ty­pen ande­ren Per­so­nen zuschreiben.Ein sehr typi­sches, aber häu­fig per­p­etu­ier­tes Bei­spiel: Mut­ter­ar­che­typ, der der eige­nen Mut­ter bzw. ande­ren Frau­en zuge­schrie­ben wird. Das kann zum Mut­ter­kom­plex füh­ren und ist für eine Viel­zahl psy­chi­scher Stö­run­gen ver­ant­wort­lich. Das ist aber even­tu­ell ein The­ma für einen wei­te­ren Beitrag.