Zu wenig Zeit
Wenn ihr das lest, dann seid ihr online.
Und das ist gut so, online sein ist auch toll. Was ich mit online meine ist E‑Mails checken, recherchieren, bloggen, Filme schauen, lernen, verschiedene Foren und Sozialmedien besuchen, einkaufen, sogar Zeitungen lesen. Übrigens, ich lese Zeitungen und Nachrichten fast nur online. Na ja, vielleicht abgesehen vom Wartezimmer beim Arzt, dort lasse ich mich noch vom Papier verlocken.
Mit online sein hat man leider oft das Problem, dass man zu einem Fisch wird, sobald uns das Netz umgibt, können wir nicht mehr raus. Man hat nicht weniger Zeit als sonst, der Tag hat immer 24 Stunden. Liebe Leute….es liegt an am Organisieren und nicht an der Zeit!
Daher komme ich gleich direkt zum Kern.
Was sollte man beachten:
Vorschlag 1 Falle nicht von einem Extrem ins andere
Dass du zu viel Zeit im Netz verbringst, bedeutet nicht gleich, dass du auf totale Abstinenz umschalten musst (obwohl in manchen Fällen dies doch die einzige Lösung ist).
Suche dir reale Ziele. Wenn du dir nur 5 Minuten pro Tag erlaubst, dann wirst du gleich frustriert und es wird sicher nicht funktionieren. Mach kleine Schritte, so schaffst du es, mehr Zeit für andere schöne Sachen zu gewinnen.
Vorschlag 2 Denke daran, dass die Regeln zu dir passen sollen und nicht du zu den Regeln
Erstens, wenn du kein Problem hast, zu viel Zeit online zu verbringen, dann lese nicht weiter, sondern mach das, was du machen sollst/willst und verschwende keine Minute mehr mit dem Artikel.
Auf meinen Schulungen treffe ich Menschen, die ganz wenig Zeit online verbringen, haben kein FB-oder Insta-Profil und stellt euch vor, sie leben und fühlen sich gut.
Für alle anderen.
Künstliche und zu streng erstellte Regeln helfen dir sicher nicht.
Es gibt Menschen, die online arbeiten und die Arbeit auch für die, die online sind, machen. Alles ist schön, gut und wichtig, aber alles zu einer bestimmten Zeit und nicht 24 Stunden am Tag.
Vorschlag 3 Prüfe deine Schwachstellen
Das ist der Schlüsselpunkt. Ohne zu analysieren, wie dein online-Status ist, braucht man keine Regeln zu erstellen und man muss auch nichts ändern, da man nicht weiß, was man ändern soll.
Also:
- Notiere alle deine online Bewegungen (Beispiele oben)
- Schau, ob du alle Online-Aufenthalte systematisieren kannst. Schau mal, wann du am meisten online bist und was du in der Zeit machst. Ich starte z.B. mit einem Kaffee und währenddessen prüfe ich die Mails. Es gibt bei dir sicher schon damit verbundene Gewohnheiten. Man weiß schon, dass man starke Gewohnheiten gar nicht ändern kann, man kann sie aber durch andere Gewohnheiten ersetzen.
Wenn du merkst, dass du beim Nachmittagskaffee jedes Mal in FB für zwei Stunden versinkst, kann es bedeuten, dass das deine Gewohnheit ist. Dass du beim Kaffee was Entspannendes machen möchtest, ist schon klar, aber müssen es zwei Stunden auf FB sein?
Manchem fällt es am Anfang ganz schwer, sich selbst zu kontrollieren, da helfen euch verschiedene technische Möglichkeiten, euch aufzuzeigen wie viel Zeit und womit ihr online verbringt.
Programme, die uns helfen.
Ja, es sind keine Programme, die euch zusätzlich belasten, es sind Programme, die euch zeigen, wo ihr euer Zeit verliert und ob es tatsächlich sein muss. Die geben euch einen guten Kick, euer Verhalten zu reflektieren und ggf. zu verändern.
Extra für euch habe eine solche Technologie getestet und muss ehrlich zugeben, dass ich sie nicht einsetzen muss, da ich (ganz bescheiden gesagt ;-)mein Verhalten kontrollieren kann und verbringe normalerweise nicht zu viel Zeit online und wenn schon, dann voll bewusst und mit voll mit Spaß und das will ich nicht ändern.
Um die Zeit zu überwachen, hat man verschiedene kostenlose Programme zur Verfügung z. B. https://www.rescuetime.com/.
Das Programm kann man schnell auf dem PC installieren und ab dem Hochfahren vom PC überwacht das Programm alle unsere Schritte (auch wie lange ich den Artikel bei Word schreibe). Wie viel Zeit hast du am PC verbracht, wie viel im Internet und auf welchen Seiten.
Denkt aber daran, dass dieses Werkzeug ein typisches Verwendungswerkzeug ist. Es sagt dir nicht, wie du es begrenzen und wie du mit der Zeit anders umgehen kannst. Es kann nur ein Eimer mit kaltem Wasser sein, der dir zeigt, wo und wie du mehr Zeit für andere schöne Sachen gewinnen kannst.
Vorschlag 4 Überlege dir genau, wozu.
Überlege dir genau, wozu du zwei Stunden auf FB verbringst, oder idiotische Filme bei Youtube schaust, oder an einer Auktion teilnimmst, wo du eine Sache ergattern möchtest, die du dir für 10 € mehr in einem Geschäft in der Nähe kaufen kannst.
Solche Beschäftigungen und Aktionen sind nicht selbstverständlich, sowie z.B. das Atmen.
ABER sie haben immer einen Grund. Sei es, du möchtest Kontakte knüpfen, oder dich entspannen, oder das Gefühl haben, dass du auf irgendetwas Einfluss haben kannst. Wenn du deine Motivation erkennst, kannst du dann leichter andere Beschäftigungen finden, die dir das Gleiche geben, ohne im Netz gefangen zu bleiben. Dann hast du mehr Zeit für deine Offline-Kontakte, deine Freude deine Familie, um sich mit ihnen was anzuschauen, ins Kino oder ins Theater zu gehent, du kannst mit einem Hobby anfangen z.B. Klettern, was dir die Gelegenheit gibt, das Gefühl zu haben, dass du etwas beeinflussen kannst, dass du deine Barrieren überwinden kannst. Wo du die Selbstwirksamkeit und deine Stärke spürst.
Vorschlag 5 Sinnlos kann jeder, arbeite sinnvoll
Bevor du den PC hochfährst, definiere dein Vorhaben, schreibe die Aufgaben auf und lege sie in Sichtweite, sodass du diese die ganze Zeit im Auge behalten kannst.
Wenn du auf der Liste hast:
- Die Mails beantworten
- Post auf FB
- Mit jemanden skypen
- Zusätzliche Informationen für einen neuen Artikel finden
- Prüfen, welche kostenlosen Programme für Kontrolle der Zeit im Netz gibt es
- Lesen, was du regulär liest
- Den Artikel von Gewinnerin der Zeit lesen 😉
Dann ist alles klar und um Gottes Willen, mach nicht alles auf einmal!!!
Wenn du mehrere Mailboxes hast, dann öffne nur eine und mach alles dort, was du machen musst. Öffne in der Zeit keine weiteren Fenster mit FB, Insta. usw. Wenn du in einer Mail oder in einem Artikel etwas findest, dass eine Recherche nach sich zieht, dann schreibe es dir (auf einem Blatt, auf der Stirn, an der Wand, egal wohin) auf, aber bitte als eine neue Aufgabe, und mach sie, wenn du alle vorherigen Punkte abgearbeitet hast und nicht zwischendurch.
Wenn du den ersten Punkt auf deiner Liste abgehackt hast, komm zum zweiten usw.
Geht´s? Hat es geklappt? Hat´s weh getan?
Ich will nicht hören, ich kann´s nicht! Jede Veränderung der Gewohnheiten ist nicht so einfach und braucht Geduld. Kannst du dich nicht motivieren? Drehe dich um, sodass ich bequem dir in deinen Hintern treten kann, wenn ich dich nicht anders motivieren kann, dann kann ich auch so (grins).
Vorschlag 6 Denke an deine Gewohnheiten, die du ändern möchtest und finde ein Heilmittel 😉
Uhhhu, da wird´s esoterisch 😀
Übrigens habe ich euch mal gesagt, dass meine Oma eine sehr geschätzte Heilerin war, nicht nur für den Körper mit Hilfe von verschiedenen Pflanzen und Kräutern, sondern auch für die Seele mit gutem Rat und Tat. Das wird bei uns in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben und es hilft tatsächlich. Ihr könnt mir glauben, das ist keine Esoterik, das ist im Moment eine ein bisschen vernachlässigte reine pflanzliche Kraft, das ist die Chemie, die in der Natur steckt und seit vielen Jahrzehnten den Menschen hilft.
Uppsss typisch, ich bin abgedriftet. Was wollte ich? Ach stimmt, da war was mit dem Heilmittel.
Also jeder von uns hat die Tendenz im Netz zu versinken, wir sind so und so ist das Netz gebaut.
Die schlechteste Information für mich ist: “Ich habe deine Artikel auf dem Blog gefunden und die haben mich so eingesaugt, dass ich das Abendessen vergas.“ Hey Mensch, ich schreibe nicht darüber wie man die Zeit planen und nutzen, bzw. gewinnen soll, um sowas als Feedback zu bekommen. Mama mia!!!
Lass dich nicht einsaugen und denke immer daran, warum du etwas machst. Was ich damit meine?
Wenn es nicht anders geht, schreib dir am Anfang sogar auf, was du dir bei FB genau anschauen möchtest, mach es und schalte es wieder aus, ohne in dem Schlund zu versinken.
Das betrifft auch Blogs und andere Seiten, auch wenn du zwischendurch der Versuchung nicht widerstehst, auf einen externen Link drückst, dich verirrst und im „Netzsumpf“ versinkst. 😉
Vorschlag 7 (obwohl es Vorschlag 1 oder 2 sein sollte) Schalte die Benachrichtigungen aus!
Seien wir mal ehrlich. Alle Medien – auch die Online-Medien – machen alles, was sie können, um dich zu verlocken und deine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um dir die Zeit zu stehlen.
Deine liebe Onlinebox informiert dich, dass jemand etwas geschrieben hat, ein SMS Symbol, dass du da auch eine Nachricht hast, FB, dass deine Freundin was gepostet hat. Und was machst du? Du folgst allen diesen Benachrichtigungen und bist fast ununterbrochen online. Offline nicht erreichbar, nicht für die Erlebnisse, die live stattfinden, nicht für deinen Partner/deine Partnerin, nicht mal für deine Kinder, die dich genau in der Zeit, in der sie bei dir wohnen, dich am meisten brauchen.
Dann ärgerst du dich noch, dass dich das Kind nicht hört, wenn es, genau deinem Beispiel folgend, sich wie ein Fisch fangen lässt.
Willst du an der Leine von den vielen Medien leben? Du bist doch erwachsen und du solltest im Stande sein, darüber zu entscheiden, was du mit deiner Zeit machst. Zeit ist das teuerste Gut, das wir haben, sie lässt sich nicht vermehren, sie kann man für kein Geld der Welt kaufen, gewinne sie für dich, so wie du es möchtest und nicht so, wie die Medien dir es diktieren.
Vorschlag 8 Schalte deinen PC für die Nacht aus
Komischer Vorschlag? Nicht ganz. Du fährst deinen PC nicht runter und am nächsten Tag bist du genau in dem Moment, wo du einen Tag zuvor aufgehört hast. Man denkt gleich ohhhhh, was will sie denn jetzt wieder, das ist doch reine Zeitersparnis. Ich sag dazu QUATSCH. Man hat seit Tagen so viele Seiten offen, dass man meistens nicht durchblicken kann, was da alles offen ist und wozu man es überhaupt geöffnet und offen gelassen hat.
Ich hatte auch die Gewohnheit gehabt, weil ich dachte, dass mir es hilft. Bis zu einem Tag, an dem mein Laptop nicht mehr konnte oder wollte 😉 und sich von selbst runtergefahren hat und alles ging zu. UND? Und nichts, es ist tatsächlich nichts passiert, ich lebe, vermisse auch nichts, wenn überhaupt, dann würde ich auch nicht deswegen mit dem Kopf gegen die Wand laufen.
Wenn ich jetzt jeden Tag meinen Laptop herunterfahre, beende ich den Tag mit der Überzeugung, dass ich etwas geschafft habe und nicht, dass meine Arbeit nie endet, und starte jeden Tag mit einem Null Konto mit einer neuen Aufgabe, die auch heute endet (auch wenn es ein fernes Ziel ist und nicht heute erreicht wird). Dazu später mehr im nächsten Artikel zum Thema Ziele erreichen und Aufgaben vernünftig planen.
Vorschlag 9 Vielleicht hast du einen Vorschlag und kannst mir und den anderen, die das hier gelesen haben, mit deinem Vorschlag helfen, wie du damit umgehst?


